Čech‑Brücke

Die Čech‑Brücke ist einer jener Prager Orte, die einen überraschen, selbst wenn man glaubt, im Stadtzentrum könne einen nichts Neues mehr erwarten. Als ich sie zum ersten Mal erreichte, hatte ich das Gefühl, in eine andere Welt zu treten – in ein elegantes Jugendstil‑Märchen, in dem sich Geschichte mit einem Hauch Fantasie mischt.

Die Brücke ist nach dem Schriftsteller Svatopluk Čech benannt, doch ehrlich gesagt merken sich die meisten Menschen vor allem ihr Aussehen.
Sie ist nämlich die reichst verzierte Jugendstilbrücke in ganz Prag. Bronzene Fackelträger, eiserne Laternen,
Festons und sogar sechsköpfige Hydren – all das schafft eine Atmosphäre, die sich deutlich von den anderen Prager Brücken unterscheidet. Man hat fast das Gefühl, die Brücke hätte ihre eigene Persönlichkeit.

Was mir an ihr am besten gefällt, ist ihre Lage. Wenn man von den Letná‑Gärten kommt, öffnet sich ein wunderschöner Blick auf die Moldau, die Altstadt und die Prager Türme.
Und wenn man bei Sonnenuntergang vorbeikommt, leuchten die Bronzefiguren im warmen Licht und der ganze Ort bekommt eine fast filmische Stimmung.

Die Čech‑Brücke ist nicht nur eine Verkehrsverbindung – sie ist eine kleine Open‑Air‑Galerie. Ein Ort, an dem man stehen bleibt, sich ans Geländer lehnt und Prag seine Geschichte erzählen lässt. Ob man zum ersten Mal hier ist oder zum hundertsten Mal zurückkehrt – diese Brücke hat die besondere Fähigkeit, einem wieder bewusst zu machen, warum diese Stadt so außergewöhnlich ist.

Wenn Sie einen Spaziergang entlang des Flusses planen, sollten Sie sie unbedingt in Ihre Route aufnehmen. Sie ist einer jener unscheinbaren Schätze, die Prag zu dem machen, was es ist.

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